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Pflanzenschutz Erwerbsobstbau 29/2018

Datum: 08.06.2018

*) Mittelmengen bei Baumobst je ha und m Kronenhöhe
**) § 22 (2): Anwendung des Mittels ist nur zulässig in Betrieben, denen eine Genehmigung nach § 22 (2) PflSchG erteilt wurde.

WZ = Wartezeit; Beh. = Behandlung

 

 

Marmorierte Baumwanze                                                                                                                                                     

Innerorts wurden an Kirschen (Freiburg) und Birnen (Fischingen) einige Exemplare der Marmorierten Baumwanze Halyomorpha halys in Obstbäumen gesichtet. Zwei Verdachtsfälle aus Erwerbsanlagen wurden vom Hochrhein und Markgräfler Land gemeldet, die Bestimmung der Wanzen steht noch aus. Aus Erwerbsanlagen wurden bisher keine Schäden gemeldet. Aufgrund des großen Schadpotentials dieser Wanze an versch. Kulturen wird um Vorsicht gebeten. Bitte Tiere fotografieren, einsammeln und melden, damit Ausbreitung und mögliche Schäden erfasst werden können. Die adulten Wanzen sind ca. 12 – 17 mm lang und ähneln der heimischen Grauen Gartenwanze. H. halys sondert einen eher zitronenartigen, stechenden Geruch ab. Vielen Dank an KollegenInnen und BetriebsleiterInnen für die weiteren Fundmeldungen. Infos auch unter https://www.halyomorphahalys.com.

 

Kernobst                                                                                                                                                                                       

 

Feuerbrand: Wenn eindeutiger Feuerbrandbefall in der Anlage vorhanden ist, kann unmittelbar nach Hagelschlag zur Vermeidung von Triebinfektionen eine Beh. mit LMA 10 kg* (max. 3 x) erfolgen. Hinweise zu Anwendung und Mischbarkeit siehe WD Nr. 15 vom 18. April.

 

Apfelmehltau: Für die letzten Behandlungen bis Triebabschluss wird Topas 0,125 l* (max. 3 x) empfohlen.

 

San José-Schildlaus: Die Wanderlarven sind unterwegs, der Schlupf findet noch bis etwa Anfang Juli statt. Bei Befall kann die Nebenwirkung von Movento 100 SC 0,75 l* (B 1! max. 2,25 l/ha, max. 2 x, nach Art. 53 gegen Blutlaus) genutzt werden.

 

Grüne Apfelblattlaus und Zitronenblattlaus: Die Triebspitzenbesiedlung beginnt. Mit Beh. noch zuwarten, vor allem in Anlagen, die mit Movento behandelt wurden. Auf das Vorhandensein von Nützlingen achten. Bei starkem Befall von mehr als 10 Kolonien/100 Trieben und Honigtaubildung sind Behandlungen mit bspw. Teppeki 0,07 kg/ha (B2 – Anw. nur außerhalb des tägl. Bienenflugs bis 23:00, max. 3 x, WZ 21 Tage) möglich.

 

Steinobst                                                                                                                                                                                      

 

Kirschfruchtfliege: Die Flugaktivität ist nochmals stark angestiegen. Es werden Behandlungen mit Mospilan 0,125 kg* (B 4, zusammen mit Azolfungiziden B1, max. 2 x, WZ 7 Tage) empfohlen. Die Abreife erfolgt momentan schnell, teilweise eine Woche früher, daher die Behandlungstermine anpassen. Eine leichte Nebenwirkung auf die K.essigfliege ist gegeben.

 

Kirschessigfliege: Bei Kontrollen von reifenden und reifen Tafel- und Industriekirschen wurden in dieser Woche nur wenige Eiablagen gefunden. In überreifen Tafelkirschen ist stärkerer Befall vorhanden. Das Gras in den Anlagen weiterhin kurz halten und die Bäume möglichst komplett abernten, um keine Vermehrungsgelegenheit zu bieten - die Hygienemaßnahmen sind wichtig. Eigene Kontrollen durchführen mit der Lupe auf Eiablage oder die Kirschen aufbrechen und für ca. 2 h in Wasser legen. Bei Zugabe von Salz schwimmen die Larven oben. Hinweise zur Bekämpfung siehe WD Nr. 25 vom 23.5..

 

Erinnerung an Fruchtfäulen: In Tankmischung mit den Fruchtfliegenbekämpfungen werden zwei Behandlungen mit bspw. Signum 0,25 kg* (max. 3 x, WZ 7 Tage, kein Azolfungizid) oder Luna Experience 0,2 l* (max. 2 x, WZ 7 Tage, Azolfungizid) empfohlen. Als 2. Beh. kann Teldor 0,5 kg* (WZ 3 Tage) eingesetzt werden. Für Großmarktanlieferer wird Luna Experience empfohlen. Eine Nebenwirkung auf Schrotschuss, Sprühflecken und Schorf ist ebenfalls gegeben.

 

San José-Schildlaus: Unter Einhaltung der Wartezeit von 21 Tagen kann noch vor der Ernte eine (weitere) Behandlung mit Movento 100 SC 0,75 l* (B 1! max. 2,25 l/ha, max. 2 x) erfolgen. Dabei die Nebenwirkung Maulbeerschildlaus nutzen. Ein weiterer Rückstand im Erntegut ist zu erwarten. Alternativ kann nach der Ernte bis Ende Juni behandelt werden (günstig sind Beh. nach Schauern, am Abend, nicht während heißen & trockenen Perioden).

 

Strauchbeeren                                                                                                                                                                            

 

Sonnenbrand an Stachelbeeren: Verbrennungen sind bereits aufgetreten. Wo möglich, die Bestände mit Hagelschutznetz schattieren.

 

Kirschessigfliege Sommerhimbeeren: Auch bei reifendem Beerenobst auf Befall kontrollieren (siehe Steinobst). Bei Befall wird nach einem Erntedurchgang die Beh. mit Spintor 0,2 l/ha (B 1!, WZ 3 Tage, max. 2 x Freiland, max. 3 x GWH) empfohlen. In Beständen mit Schutz durch Einnetzung sollte spätestens nach der 1. Beh. das Netz geschlossen werden.

 

Wurzelschosser                                                                                                                                                                         

 

Zur punktuellen Behandlung können Beloukha und Finalsan im Kern- und Steinobst eingesetzt werden (siehe Zulassungshinweise). Behandlungen werden an Tagen mit hoher Sonneneinstrahlung empfohlen.

 

Zulassungshinweise                                                                                                                                                                 

 

  • Notfallzulassung nach Art. 53: Herbizide Beloukha und Finalsan (Wirkstoff jeweils Pelargonsäure) vom 1.6. – 28.9.2018 zur punktuellen Bekämpfung von Wurzelschossern im Kern- und Steinobst. Die Anwendung sollte bis zu einer Länge der Wurzelschosser von 10 – 15 cm erfolgen. Wartezeit F. Beloukha: max. 2 Anw. mit 16 l/ha in 200-400 l Wasser; Finalsan: max. 4 Anw., 66 l/ha in 400 l Wasser.
  • Zulassungserweiterung nach Art. 51: NeemAzal T/S in johannisbeerartigem Beerenobst: Blattläuse und Kleiner Frostspanner. Him- und Brombeere: Blattläuse und Kleiner Frostspanner. Steinobst: Blattläuse und Kleiner Frostspanner. Je max. 2 Anwendungen und 7 Tage Wartezeit
  • Zulassungsverlängerung: Herbizide Vorox F und Nozomi bis zum 30.06.2019.
  • Aufbrauchsfrist: Restmengen Discus und Stroby WG dürfen noch bis zum 30.06.2018 aufgebraucht werden.

 

 

Veranstaltungen & Neuigkeiten                                                                                                  

 Kirschenbegehung LTZ Augustenberg und LRA Karlsruhe: Für Erwerbsobstbau am Dienstag, 19. Juni 2018, 18 - 20 Uhr. Für Fachwarte und Vereine am 20.6., 18 – 20 Uhr. Obsthof LTZ Augustenberg, Neßlerstr. 25, 76227 Karlsruhe.

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Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Kulturführung und Pflanzenschutz!

 

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