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Pflanzenschutz Erwerbsobstbau 32/2018

Datum: 04.07.2018

*) Mittelmengen bei Baumobst je ha und m Kronenhöhe
**) § 22 (2): Anwendung des Mittels ist nur zulässig in Betrieben, denen eine Genehmigung nach § 22 (2) PflSchG erteilt wurde.

WZ = Wartezeit; Beh. = Behandlung

 

Kernobst                                                                                                                                                                                       

Schorf, Mehltau: Vor allem in Anlagen mit Schorfbefall werden möglichst vor Niederschlägen Beh. mit bspw. Delan WG 0,25 kg* (max. 12 x), Malvin WG 0,6 l* (max. 13 x), Merpan WDG 0,625 kg* (max. 5 x) oder Merpan 48 SC 1 l*(max. 5 x) empfohlen, um Fruchtschorfbefall zu vermeiden.

 

Stippe: Bei anfälligen Sorten werden in 10 – 14tägigem Abstand bis zur Ernte Beh. mit bspw. Calciumchlorid 2,5 kg* + Netzmittel empfohlen. Beh. am Abend durchführen.

 

Spinnmilben, Rostmilben: Bei Befall kann Kiron 0,75 l* (B4, max. 1 x, WZ 21 Tage, nichtschädigend gegenüber Raubmilben), Milbeknock 0,625 l* (B 1!, max. 2 x, WZ 14 Tage, Wirkung am besten auf frisch geschlüpfte Spinnmilben, raubmilbenschädigend, Soloanw., nicht bei Golden Delicious bspw.) oder Envidor 0,2 l* (B 1!, max. 1 x, WZ 14 Tage, schwachschädigend gegenüber Raubmilben) eingesetzt werden.

 

Steinobst                                                                                                                                                                                      

 

Kirschessigfliege: Vor allem in unmittelbarer Nähe zu unbehandelten oder befallenen Kirschen ist verstärkte Eiablage zu sehen. Wo von der Wartezeit noch möglich, wird eine Beh. mit Spintor 0,15 l* (max. 2 x, max. 0,3 l/ha, B1 !, WZ 5 Tage) oder Exirel 0,375 l* (max. 2 x, max. 1 l/ha, B1 !, WZ 7 Tage) empfohlen.

 

Strauchbeeren                                                                                                                                                                            

 

Kirschessigfliege Sommerhimbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren: Kontrollen durchführen auf Eiablage oder Larvenbesatz (dazu reife Früchte mind. 2 Stunden in (Salz-)Wasser einlegen). Bei Befall wird nach einem Erntedurchgang die Beh. mit Spintor 0,2 l/ha (B 1!, WZ 3 Tage, max. 2 x Freiland, max. 3 x GWH) empfohlen, wenn keine Blüten mehr geöffnet sind bzw. kein Bienenflug herrscht. Alternativ möglich ist das Köderverfahren mit combi-protec (Zusatzstoff, Informationen unter www.combi-protec.com). Karate Zeon 0,0375 l/ha (= 37,5 ml/ha, max. 2 x, B 4, WZ 3 Tage) ist nach Art. 53 ebenfalls möglich (mögliche Spinnmilbenförderung und UV-Instabilität beachten (abends behandeln)).

Bei Johannisbeeren wurde bisher kein Befall festgestellt/gemeldet.

 

Zulassungen gegen Kirschessigfliege im Beerenobst:

 

Kultur

Präparat und Aufwandmenge

Him- & Brombeeren

Spintor 480 SC 0,2 l; Freiland max. 2 x, GWH max. 3 x, WZ 3 Tage, B 1

Mospilan SG 0,25 kg; Freiland max. 2 x, WZ 7 Tage, B 4 (nur zur Befallsminderung)

Karate Zeon 0,0375 l; Freiland & GWH max. 2 x, WZ 3 Tage, B4, nach Art. 53

 

Heidelbeeren, Johannis- & Stachelbeeren

Spintor 480 SC 0,2 l; Freiland max. 2 x, WZ 3 Tage, B 1

Exirel 0,75 l; Freiland max. 2 x, WZ 3 Tage, B1, nach Art. 53

Mospilan SG 0,25 kg; Freiland max. 2 x, WZ 7 Tage, B 4 (nur zur Befallsminderung)

Karate Zeon 0,0375 l; Freiland max. 2 x, WZ 3 Tage, B4, nach Art. 53

 

Erdbeeren

Spintor 0,2 l; Freiland max. 2 x, WZ 1 Tag, B 1, nach Art. 53

Spintor 0,2 l; GWH max. 3 x, WZ 1 Tag, B 1

 

Erdbeeren                                                                                                                                                                                

 

Kirschessigfliege, Thripse: Nach Art 53 ist die Anw. von Spintor 0,2 l/ha (B 1 !, max. 2 x, WZ 1 Tag) im Freiland möglich. Im GWH hat Spintor ebenfalls eine Zulassung (max. 3 Anw.). Eine Nebenwirkung auf Thripse ist gegeben. Kiron 3 l/ha (B 4, max. 1 x, Anw. im Freiland nach Ernte) hat ebenfalls eine Nebenwirkung auf Thripse. Nur im Freiland kann Mavrik Vita 0,2 l/ha (B4, zusammen mit Azolen B 2!, max. 2 x, WZ 7 Tage) eingesetzt werden. Vertimec Pro 1,25 l/ha (B 1!, max. 2 x, WZ 3 Tage) ist nur auf vollständig versiegelten Flächen im GWH möglich.

 

Rhizomfäulen Frigo-Neupflanzungen: Vor der Pflanzung wird eine Tauchbeh. mit Aliette WG (0,5%ige Brühe) für 15 Min. empfohlen. Danach auf ausreichende Bodenfeuchte achten.

 

Beikrautregulierung Frigo-Neupflanzungen: Auf den sauberen, feuchten Boden wird eine Beh. mit den Vorauflaufherbiziden Flexidor 0,2 l/ha + Devrinol FL 2 l/ha empfohlen. Ca. 10 Tage nach Pflanzung oder nach Auflauf von Unkräutern ist eine Tankmischung von bspw. Betasana SC 2 l/ha oder Betosip SC 2 l/ha + Spectrum 1,4 l/ha oder Flexidor 2l/ha oder Goltix Gold 1,4 l/ha.

 

Schalenobst                                                                                                                                                                             

 

Walnussfruchtfliege: Der Flug hat noch nicht an allen Standorten begonnen. Auf die nächsten Regenschauer achten, danach ist der Boden durchlässiger und die WFF können besser an die Oberfläche kommen. Eigene gelbe Kreuztafeln anbringen. Nächste Warnhinweise beachten.

 

Zulassungshinweise – Notfallzulassung nach Art. 53                                                                                                  

 

Hinweis zur Karate Zeon Auflage SF276-EEOS: => Diese Anwendungsbestimmung wurde vom BVL wieder aufgehoben!

(„Es ist sicherzustellen, dass bei Nachfolgearbeiten/Inspektionen mit direktem Kontakt zu den behandelten Pflanzen/Flächen nach der Anwendung in Obstbaumkulturen und in Strauchbeerenobst bis einschließlich Ernte lange Arbeitskleidung und festes Schuhwerk sowie Schutzhandschuhe getragen werden.“)

 

In eigener Sache                                                                                                                                                                                                

 

Vom 5. – 10. Juli sowie vom 13. – 16. Juli bin ich nicht in der Region. Bei Fragen zum Pflanzenschutz kann unser übergebietlicher IP-Berater Matthias Bernhart (0781-805-7106, matthias.bernhart@ortenaukreis.de) weiterhelfen. Bei Fragen zum Obstbau im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald ist meine Kollegin Stefanie Lapcik Ansprechpartnerin (0761-2187-5836, stefanie.lapcik@lkbh.de).

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Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Kulturführung und Pflanzenschutz!

 

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