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Weinbauinfo-Nr. 15-2018

Datum: 05.07.2018

Datum: 


Agenda       Empfehlungen zur Abschlussspritzung
                   
Vegetationsstand und Witterung

Die anhaltende trockene, sommerliche Witterung bringt die Rebenvegetation weiter voran.
Erste verfärbende Beeren bei frühreifenden Rebsorten wie Regent und Dunkelfelder verdeutlichen die frühe Vegetation 2018. Unaufhaltbar eilt die Rebenentwicklung mit ca. 2-3 Wochen Vorsprung voraus. Mit einer sehr frühen Ernte (teilweise schon im August) wird von den Erzeugerbetrieben geplant.
Junganlagen und jüngere Ertragsanlagen zeigen teilweise deutliche Symptome von Wasserstress. Viele Winzer haben mit dem Wasserfahren begonnen. Ein von den Wetterdiensten vorhergesagter heutiger und morgiger Regen wird sehnlichst erwartet.
Die Wettervorhersage meldet im heutigen Tagesverlauf und für Morgen hohe Gewitter- und Niederschlagswahrscheinlichkeit. Ab Samstag, über das Wochenende und für nächste Woche wird wieder sonnig-trockenes Sommerwetter angekündigt.
 
Rebschutz
Tierische Schädlinge
Traubenwickler

Mittlerweile kristallisiert sich der 1. Juli als Flughöhepunkt der 2. Generation des Einbindigen Traubenwicklers am Kaiserstuhl heraus. Damit sollte nur in den Nicht-Pheromonflächen (Nur Teilflächen in Ihringen noch diese Woche eine Spritzung mit einem zugelassenen Insektizid wie z.B. Coragen 0,28 L/ha oder Steward 0,1875 Kg/ha erfolgen
In den Pheromongebieten gibt es keine Auffälligkeiten. Hier ist kein Insektizideinsatz notwendig!!!
Grüne Rebenzikade

Teilweise sind erste Rebanlagen mit Larven der Grünen Rebenzikade in den Randlagen (Waldrandnähe) zu finden. Die Schadschwelle von 3-5 Larven pro Blatt konnte ich noch nicht beobachten. Auch die typischen Blattverfärbungen, die besonders durch die Rotverfärbung bei den roten Sorten auffällt, habe ich noch nicht gesehen.
Kontrollieren Sie Ihre bekannten Befallsanlagen und melden Sie bitte entsprechenden Befall direkt bei der Weinbauberatung, damit wir einen Bekämpfungstermin koordinieren können.
Pilzkrankheiten
Peronospora und Oidium
Von der Pero-Front gibt es nicht viel Neues zu berichten.
In den Befallsanlagen mit Sekundärsymptomen, Ölflecken mit weißem Pilzbelag an der Blattunterseite, ist weiterhin mit einem erhöhten Infektionsrisiko des Neuzuwachses zu rechnen. Hier sind auch teilweise die Stielgerüste der Trauben noch infektionsgefährdet. Bitte behandeln Sie diese Rebanlagen vorbeugend vor angekündigten Niederschlägen und Gewittern, da hier eine erhöhte Gefahr des frühen Blattfalls besteht! Spritzabstand 8 Tage!
Gesunde Anlagen mit einzelnen Ölflecken, die aufgrund der trockenen Witterung nicht sporulieren zeigen sich stabil. Hier sind längere Spritzintervalle (+/- 12 Tage) unter Berücksichtigung von Zuwachs und Witterung gut möglich.
Zum Einsatz kommen gegen Peronospora ein Kontaktfungizid wie z.B. Folpan 80 WDG 1,6 Kg/ha (WZ 35 Tage) oder Enervin 4,0 Kg/ha (WZ 35 Tage) oder Videryo 2,5 Kg/ha (WZ 28 T).
Peronosporafungizide mit 56 Tage Wartezeit (WZ) wie z.B. Polyram WG oder Dithane NeoTec oder Electis sollten ab jetzt nicht mehr eingesetzt werden.
Wer nach Niederschlägen seine Peronosporabefallslagen behandelt sollte aus Gründen der Wirkungssicherheit auf ein tiefenwirksames bzw. kurativ wirkendes Peronosporamittel wie z.B. Aktuan, Vinostar oder Melody Combi oder Fantic F zurückgreifen. Beachten sie bei mehrmaliger Anwendung dieser Wirkstoffe das Resistenzmangagement!!!
Der Zusatz von Phosphonat wie z.B. Veriphos oder Frutogard wird ab jetzt nicht mehr empfohlen.
Gegen Oidium empfehlen wir den Einsatz der Azolfungizide wie z.B. Topas 0,32 L/ha (WZ 35 Tage) oder Systhane 0,24 L/ha (WZ 28 Tage). Alternativ können auch Hydrogencarbonate wie z.B. Kumar 5 Kg/ha (WZ 1 T) oder Vitisan 9-12 Kg/ha (WZ F = Festsetzung einer WZ in Tagen ist nicht erforderlich) eingesetzt werden. In trockengestressten und schwachwüchsigen Anlagen ist die Aufwandmenge von Kumar und Vitisan entsprechend zu reduzieren!!!
Der Zusatz von Netzschwefel (Wartezeit 56 Tage) wird ab jetzt nicht mehr empfohlen.
 
Empfehlungen zur Abschlussspritzung

Wie schon in den vorherigen Weinbauinfos berichtet sollte die Abschlussspritzung bis spätestens 21. Juli erfolgt sein. Bei gesunden Anlagen kann in der Woche 16.-21. Juli die Abschlussspritzung erfolgen. Folgende Mittelempfehlung:
Gegen Peronospora ein Kupferpräparat wie Z.B. Funguran progress 2,0 Kg/ha oder Cuprozin progress 1,6 L/ha (WZ 21T)
Gegen Oidium ein organisches Oidiumfungizid aus der Wirkstoffgruppe der Azole wie Z.B. Systhane (WZ 28 T) oder Topas (WZ 35 T). Alternativ können auch Kumar 5 Kg/ha (WZ 1T) oder Vitisan 9-12 Kg/ha (WZ F = Festsetzung einer WZ in Tagen ist nicht erforderlich) eingesetzt werden. In trockengestressten und schwachwüchsigen Anlagen ist die Aufwandmenge von Kumar und Vitisan entsprechend zu reduzieren!!!
Gegen Botrytis eine Spezialbotrytizid wie z.B. Teldor 1,6 Kg/ha (WZ 21 T) oder Cantus 1,2 Kg/ha (WZ 28 T) oder Switch 0,96 Kg/ha (WZ 21 T). Bei ausschließlicher Behandlung der Traubenzone kann der Mittelaufwand halbiert werden.
Bitte beachten Sie bei den zur Abschlussspritzung eingesetzten Mittel unbedingt die Wartezeiten, die sie bis zur Ernte einhalten müssen und planen sie den Einsatz genau. Vergessen sie nicht die frühen Lesetermine für Neuen Süßen., Sektgrundwein und für frühreifende Sorten wie Solaris, Acolon, Dunkelfelder, Regent etc.
Der Wasseraufwand beträgt 1000-1400 l/ha im Spritz-, bzw. 450-700 L/ha im Sprühverfahren. Die angegebene Mittelmenge ist die Konzentrationsangabe für die fertige Spritzbrühe pro Hektar Behandlungsfläche. Sie bezieht sich auf den aktuellen Entwicklungsstand (Basis x 4). Achten sie auf die Hinweise der Beipackzettel der Pflanzenschutzmittel und verwenden sie ausschließlich aktuell zugelassene Mittel!
Termine:
      
11.07.2018      Rebbegehung Bötzingen
                        18:00 Uhr Treffpunkt Weingut Hauser
12.07.2018      Rebbegehung Bischoffingen
                        18:00 Uhr Treffpunkt WG
16.07.2018      Rebbegehung Ihringen
                        18:00 Uhr Treffpunkt WG
 
Tobias Burtsche
Weinbauberatung Kaiserstuhl

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