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Weinbauinfo Markgräflerland Nr. 15

Datum: 12.07.2018

Allgemeine Situation:

Eine bis jetzt außergewöhnlich günstige Witterung hat zu solch vitalen und gesunden Laubwänden und Trauben geführt, wie wir es schon lange nicht mehr erlebt haben. Die Beerenreife schreitet weiterhin zügig voran. In frühen Lagen beginnen beim Müller-Thurgau erste Beeren weich zu werden. Die Wasserbilanz ist derzeit zwar deutlich im Minus, trotzdem zeigen die meisten Rebanlagen im Markgräflerland keine kritischen Trockenstresssymptome. In Junganlagen und jüngere Anlagen, insbesondere auf bodenbedingten Trockenstandorten, muss man aber jetzt aufpassen. Wenn die Ranken beginnen zu hängen muss man umgehend handeln. Denken Sie auch daran, dass hohe Erträge mehr Wasser benötigen als geringe.

Die Wettervorhersage erwartet für die kommenden 10 Tage weiterhin sehr warmes und weitestgehend trockenes Wetter. Ab Mitte der kommenden Woche soll das Schauer- und Gewitterrisiko jedoch ansteigen. Ein Wetterumschwung mit flächendeckenden Regenfälle ist aber weiterhin nicht in Sicht.

Rebschutz:

Peronospora: Der Gesundheitszustand der Reben im Markgräflerland ist weiterhin sehr erfreulich. Einzelne wenige Flecken findet man inzwischen häufiger, die kann man aber bei derzeitiger Wetterlage ignorieren. In einzelnen wenigen Anlagen, quer durch das gesamte Beratungsgebiet, findet man aber einzelne Anlagen mit kräftigem Perobefall, vor Allem im oberen Teil der Laubwand. Hier hat dann oft der Rebschutz im Zeitraum 28.05. bis 12.06. nicht gestimmt. Auf Grund der vorhergesagten weitgehend trockenen Witterung sind in den weitgehend gesunden Anlagen keine, bzw. kaum mehr Neuinfektionen zu erwarten. Bei Befallsanlagen muss man aber aufpassen, insbesondere in Taulagen.

Grundsätzlich müssen wir uns geistig davon verabschieden, dass wir jedes Blättchen im Gipfellaub bis zum Herbst gesund erhalten. Bedenken Sie, dass ein Blatt erst ab der halben Blattendgröße Assimilate exportiert. Dies gilt für ein so frühes Jahr wie 2018 ganz besonders.

Oidium:Die Anlagen sind weiterhin sauber. Das Risiko für Oidiuminfektionen an Trauben nimmt weiter ab. Seien Sie aber wachsam und kontrollieren Sie unbedingt Ihre bekannten Befallsanlagen auf Oidiumbefall.

Tierische Schädlinge: Der Flug des Traubenwicklers, außerhalb der Pheromongebiete geht zurück. Informieren Sie sich bezüglich Flugintensität und eventuell notwendigen Behandlungen an den örtlichen Infoquellen. Da wir ein frühes Jahr haben, werden wir in diesem Jahr Voraussichtlich eine dritte Generation bekommen. Das bedeutet, dass die Fallen weiterhin abgelesen werden sollten.

Spritzempfehlung:In der Regel steht jetzt die Abschlussspritzung an. Diese sollte, auf Grund der sehr frühen Entwicklung, der weitgehend gesunden Bestände und der vorhergesagten weitgehend trockenen Witterung im Verlauf der kommenden Woche -16. bis 21. Juli - durchgeführt werden. Sollten doch Niederschläge eintreten, so sind die Behandlungen optimal vor dem Regen zu plazieren.

Es wurden in diesem Jahr bereits sehr viele Maßnahmen (Bioregulatoren, Entblätterung, usw.) zur Traubenlockerung durchgeführt. Manche Anlagen und Sorten sind auch natürlicherweise recht locker. Das ist ein ganz wichtiger Grundbaustein zur Fäulnisverminderung. Da ich bis jetzt noch keinerlei Frühbotrytisnester gesehen habe und die mittelfristige Wettervorhersage weitgehend trockenes Wetter meldet, besteht kein zwingender Bedarf für eine zweite Botrytisbehandlung. Da Selektionsanlagen in diesem Jahr voraussichtlich besonders früh geerntet werden, gilt dies auch für diese.

 

Mittelempfehlung: Gegen Peronospora ein Kupfermittel wie z.B. Funguran progress (2kg/ha; WZ 21T), Cuprozin progress (1,6l/ha; WZ 21T) und gegen Oidium ein organisches Mittel, wie Topas (320 ml/ha, WZ 35T), oder Systane (240ml/ha, WZ 28T). Im Hinblick auf Resistenzmanagement (Schonung der Azole) und Rückstandsreduktion sind die beiden Mittel auf Hydrogencarbonatbasis, Kumar (5,0 kg/ha; WZ 1T) und Vitisan (8kg/ha + Wetcit 200ml pro 100l fertige Spritzbrühe; keine WZ) eine sehr sinnvolle Alternative. Da diese Mittel bezüglich der Raubmilben etwas aggressiv sind, wäre eine Traubenzonenbehandlung sehr sinnvoll. Wo dies durchgeführt wird, z. B. mit der Zweistoffspritze, wäre der Mittelaufwand beim Kumar 2,5kg/ha und beim Vitisan 4 kg/ha + Wetcit, 100ml pro 100l fertige Spritzbrühe.

Bei zweimaliger Anwendung zeigen diese Mittel auch eine hervorragende Botrytiswirkung. Aber Achtung! Diese Mittel sollten nicht bei zu hoher Strahlung oder Temperatur oder bei gestressten Anlageneingesetzt werden, es gibt sonst Verbrennungen.

Alle genannten Mittel haben eine Tafeltraubenzulassung. Beachten Sie unbedingt die Mittelvorgaben Ihrer Vermarkter.

Junganlagen sind bis Anfang September weiter zu behandeln.



Umstrukturierung: Aus dem Markgräflerland fehlen von 10 Betrieben immer noch die Rechnungen. Bis zum 16. Juli sollten diese beim Amt sein. sonst gibt es kein Geld, basta.

Nächster Aufruf am Donnerstag, dem 19. Juli.              

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