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Weinbauinfo Bodensee Nr. 14

Datum: 12.07.2018

Allgemeiner Entwicklungsstand

Die Lage ist weiterhin anhaltend stabil. Die Wettervorhersage meldet höchstens über den Bergen eventuelle leichte Sommergewitter, insgesamt sind keine Regen bis in die kommende Woche angesagt. Damit bleibt es trocken und auf flachgründigen Standorten müssen besonders die jüngeren Anlagen beobachtet werden. Das stabile trockene Wetter bewahrt den sehr guten Gesundheitszustand. Die kühleren Temperaturen sorgen für einen gemässigten Entwicklungsverlauf, wir sind und bleiben aber dem langjährigen Schnitt weit voraus. In sehr frühen Lagen sind bei Müller – Thurgau die ersten gelben und essbaren Beeren zu finden.

Zu den tierischen Schädlingen

Beim bekreuzten Traubenwickler ist die Fallenkontrolle noch weiterzuführen. Die bisherigen Pheromonbonituren brachten ein sehr gutes Bild. Die Bestände sind tip – top sauber, Wurmbefall in bekannten kritischen Randlagen hat Seltenheitswert. Durch die frühe Entwicklung ist sicher mit einer dritten Generation zu rechnen. Ansonsten gibt keine weiteren Auffälligkeiten.

 

Zu den Pilzkrankheiten

Ein wahrlich ungewöhnliches Jahr. Seit wann hatten wir zum letzten Mal solch ideale Pflanzenschutzbedingungen? Das anhaltend trockene Wetter mit den trocknenden Ost- bis Nordwinden sorgen für einen perfekten Gesundheitszustand. Dies hat sich auch in den Pheromonbonituren gezeigt. Kerngesunde Trauben prägten das Bild. Bei dem nun beginnenden zweiten Gipfelschnitt wird ebenso kerngesundes Gipfellaub abgeschnitten, was es so nur selten gab. Das war nicht zu erwarten, dass nun doch das Ende der Saison mit nur zwei Behandlungen abgedeckt werden kann. Man kann ziehen und im Verlauf der kommenden Woche die Pflanzenschutzsaison abschliessen. Ähnliches gilt für den Bodenseeraum. Rund 14 Tage Abstand sind gut umsetzbar, so dass dort bis Ende Monat Juli zwei Behandlungen ausreichen dürften. Sollten doch Niederschläge angesagt werden, so sind die Behandlungen optimal vor den Regen. Zum Einsatz kommen: am Tuniberg ein Kupfermittel wie Funguran Progress mit 2,0 kg / ha oder Cuprozin Progress mit 1,6 l / ha Mittelaufwand. Im Bodenseeraum nochmals Kontaktmittel wie Folpan 80 WDG mit 1,6 kg / ha, als flüssige 500 SC Formulierung mit 2,2 l / ha Mittelaufwand oder Videryo F mit 2,5 kg / ha Mittelaufwand. In Anlagen für Tafeltrauben bleiben nur Kupfer oder Mildicut. Im Bodenseeraum bei notwendiger Behandlung nach Gewittern oder starken Regen zum geplanten Pflanzenschutztermin ein Einsatz tiefenwirksamer Mittel wie z.B. VinoStar, Ampexio, Forum Gold oder Melody Combi in der empfohlenen Aufwandmenge Basisaufwand x 4. Als einziges Mittel ist Ampexio Tafeltrauben tauglich. Gegen Odium im gesamten Beratungsgebiet ein organisches Oidiummittel wie Systhane mit 0,24 l / ha oder Topas mit 0,32 l / ha Mittelaufwand. Alternativ kann auch Kumar mit 5 kg / ha oder Vitisan mit 8 kg / ha in Verbindung mit Wedcit 0,2 l auf 100 l Spritzbrühe als Wirkstoffwechsel und wegen des guten Rückstandsverhaltens eingesetzt werden, liegt allerdings preislich höher. Achtung! Nicht bei hoher Strahlung einsetzen, es gibt Verbrennungen. Bei zweimaligem Einsatz besteht auch eine Botrytiswirkung, sollte aber nur einmalig auf die ganze Laubwand eingesetzt werden, da eine Raubmilbenschädigung besteht. Für Traubenzonenbehandlungen ist der Aufwand zu halbieren. Bei der Behandlung wird auf Grund der kühlen Nächte der Zusatz von 12 – 15 kg / ha Bittersalz, Produkt Epso – Top, in Stiellähme empfindlichen Sorten empfohlen. Bei den Pheromonbonituren wurden keinerlei Anzeichen für Botrytis gefunden. Viele Trauben zeigen sich auf Grund der umgesetzten Massnahmen locker, was der beste Schutz vor Botrytis ist. Für eine zweite Botrytisbehandlung besteht daher kein zwingender Bedarf. Die Aussage gilt auch für Selektionsanlagen, da diese in der Reife noch früher liegen.

 

Weinbauliche Hinweise
Auf flachgründigen, skelettreichen Böden ist die Wasserversorgung der Junganlagen im Auge zu behalten und notfalls zu bewässern, mit der Lanze ca. 5 l / Stock. Die nun früh fast beendeten Arbeiten in den Normallanlagen geben etwas Luft, sich intensiv um die Junganlagen zu kümmern: aufbinden, Pflanzstreifen freihalten, besonders zweijährige Anlagen bei hohem Ertragsansatz entlasten. Abblühende Einsaaten sollten nach Möglichkeit gewalzt werden, bei Mulcharbeiten ist ein deckendes, also etwas höheres Mulchen empfehlenswert. Ab dem jetzigen Traubenstadium kann ebenso in Sonderlinien das Trauben teilen oder Fensterln durchgeführt werden. Die Traubenentwicklung ist erfreulich, aber mehr wie 20 Trauben je Stock sind im Burgunderbereich deutlich zu viel. Es gibt viele schön eingestellte Anlagen, aber auch viele, in denen Nacharbeiten erforderlich sind. Achten Sie auf die Vorgaben ihrer Vermarktungsbetriebe.

 

Sonstige Hinweise

Letzte Erinnerung: am Montag, 16. Juli, ist Schluss mit der Eingabe von Rechnungen, aber ebenso Schluss mit dem Zuschuss. Wer nicht will, hat gehabt.

 

Sofern nicht anderst erforderlich erfolgt das nächste Weinbauinfo am 19. Juli 2018.

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