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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2017/20

Datum: 05.09.2017

Lauchminierfliege

Vor einigen Tagen wurden die ersten Lauchminierfliegen an Schnittlauch gesichtet. In der Nähe von Befallsquellen (50 m zu stehendem Schnittlauch, mehrere 100 m zu abgeerntete Zwiebelflächen,…) sollten Zwiebel- und Laucharten jetzt mit einem Netz abgedeckt werden, sofern dies vorgesehen ist. Mit Behandlungen mit Insektiziden kann noch gewartet werden.

Kohlfliege

Die Kohlfliege ist immer noch auf niedrigem Niveau aktiv. Wenn der angekündigte Wetterumschwung hin zu kühl-feuchten Bedingungen tatsächlich eintritt, sind nicht nur Rettich und Kohlrüben, sondern auch Chinakohl und Rosenkohl zu schützen. Die Kohlfliege legt ihre Eier auch in Blattachseln. Bei feuchter Witterung können sie sich dort entwickeln, und die in Blattadern und am Stängel fressenden Maden rufen Fäulen hervor. In Versuchen hatte Coragen eine gute Wirkung gegen Kohlfliegenmaden an oberirdischen Pflanzenteilen.

Möhrenfliege

Die dritte Generation der Möhrenfliege hat ihren Flug begonnen. Auf einem einzelnen Standort wurde die Schadschwelle gerade so erreicht, ansonsten ist ihre Aktivität aber sehr niedrig. Da die Maden der Möhrenfliege in den ersten drei Lebenswochen an den Feinwurzeln fressen und erst danach an die Rübe gegen, sind solche Möhren, die bis Ende September geerntet werden, nicht mehr gefährdet.

Raupen

Die Aktivität der Lauchmotte geht zurück. Maßnahmen sind derzeit keine mehr erforderlich.

Ganz vereinzelt gibt es Raupen in Salat.

In den Pheromonfallen gab es Fänge der Baumwollkapseleule. In Jahren, in denen sie früh in größerer Zahl auftritt, machen ihre Raupen starke Schäden an Tomaten, wenn sie sich in die Früchte hineinbohren. Heuer ist dieser Schadfalter aber vier Wochen später dran als in 2016. Nennenswerte Schäden dürfte er in dieser Saison nicht mehr anrichten.

In Kohl muss regelmäßig auf Kohleule und Kohlweißling kontrolliert werden. Bisher war der Befall noch sehr gering, bei ruhigem und mildem Spätsommerwetter kann aber noch viel passieren.

Blattläuse

Das gilt auch für Blattläuse. Der ungewöhnlich geringe Befallsdruck in dieser Saison darf nicht zu Nachlässigkeit verleiten. Insbesondere die Mehlige Kohlblattlaus ist zu Überraschungen fähig. Aber auch in Salat und Spinat im Freiland sollte ab und zu nach Blattläusen geschaut werden. An Chinakohl sollte vor Kopfschluss kontrolliert werden, ob sich Pfirsichläuse ansiedeln wollen. Beim Einsatz von Movento ist zu beachten, dass die Wirkung nur bei wüchsigem Wetter zufriedenstellend ist. Ab Mitte/Ende September wird es zu kühl und zu dunkel. Auch Calypso, Mospilan, Plenum und Pirimor sollte man bei über 12 °C, besser 15°C anwenden. Spruzit, Karate und andere Pyrethroide wirken dagegen noch bei 5 °C. Öle und Seifen sind sowieso temperaturunabhängig.

Pilzkrankheiten

Abgesehen von Kupfer und Schwefel wirken auch Fungizide besser, wenn die Temperaturen nicht zu niedrig sind. Dauerhaft kühler als 10 °C sollte es nach einer Behandlung nicht sein. Das ist besonders bei überwinternden Kulturen zu beachten. Bei Spinat z. B. zeigt sich der Falsche Mehltau erst sehr spät im Jahr. Dann sind die Bedingungen für einen Fungizideinsatz oft nicht mehr gut. Sinnvoller ist es, zu behandeln, wenn es noch warm genug ist, auch wenn dann u. U. noch keine Symptome zu sehen sind.

Kürbislagerung

Ein Kürbis, der Anfang September geerntet wird, hält eher bis ins Neue Jahr als einer, der Mitte Oktober vom Feld geholt wird. Tiefe Temperaturen und Nässe gefallen dem Kürbis nicht. Früchte, die für längere Lagerung vorgesehen sind, sollten keine Temperaturen unter 10 °C abbekommen, auch nicht auf dem Feld.

Die Ernte sollte bei Trockenheit erfolgen, der Stiel muss an der Frucht bleiben und die Kürbisse sind möglichst schonend zu handhaben. Nach der Ernte sind sie für mindestens 2 Wochen trocken und warm (20-25 °C, z. B. in einem leeren Folientunnel) aufzustellen, damit Verletzungen verheilen können.

Anschließend erfolgt die Lagerung bei 12-15 °C und 60-70 % Luftfeuchte. So können die Früchte mehrere Monate halten.

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