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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2017/25

Datum: 10.11.2017

Lauchminierfliege

Die Lauchminierfliege hat in der letzten Woche nur noch vereinzelt Eier abgelegt. Jetzt dürfte die herbstliche Witterung ihre Aktivität im Freiland beenden. Maßnahmen sind keine mehr erforderlich. Netze können bei Gelegenheit abgenommen werden.

Raupen

Im Freiland sind nur noch einzelne Raupen an Kohl, Salat etc. aktiv. Handlungsbedarf besteht hier nicht mehr. In den Gewächshäusern findet man aber immer wieder ganz junge Raupen der Gammaeule, und Eiablage ist auch in den kommenden Tagen noch möglich. Deshalb sollten die Bestände im Auge behalten und ggf. behandelt werden. Karate Zeon ist in Salate, Spinat und Mangold zugelassen. In Salate darf außerdem SpinTor und Spruzit angewendet werden. Restmengen des „alten“ Spruzit Neu dürfen in Salat-Arten (Salate, Endivien, Feldsalat, Rucola-Arten, Winterportulak, Löwenzahn) noch bis Juni 2018 aufgebraucht werden.

Spruzit Neu in Salate bzw. Salat-Arten kann auch im Bio-Anbau eingesetzt werden. In allen anderen Kulturen steht den Bio-Betrieben wegen des de-facto-Verbotes für XenTari unter Glas kein Mittel gegen Eulenraupen zur Verfügung. Hier lassen die mittlerweile schon recht großen Raupen von Achateule (Phlogophora meticulosa) und Hausmutter (Noctua pronumba) die Spinat- und Mangoldblätter zusehends löchriger werden.

Blattläuse

An einem Feldsalat-Bestand im südlichen Markgräflerland waren in der vergangenen Woche Blattläuse aufgetreten. Da jeweils nur ein oder zwei junge Blattläuse an den Pflanzen saßen, handelt es sich möglicherweise um die Nachkommen von Läusen, die von benachbarten Unkräutern übergewandert oder bei einem Suchflug zufällig auf den Feldsalat gestoßen waren, sich dort aber nicht dauerhaft vermehren können. Trotz des geringen Befalls reagierte der Feldsalat mit eingedrehten Blatträndern. Wer an Feldsalat im Freiland ungewöhnliche Blattverformungen bemerkt, sollte also nach kleinen grünen Blattläusen an den Pflanzen suchen. Derzeit kann noch nicht beurteilt werden ob eine Bekämpfung nötig ist.

Blattlaus an Feldsalat
Bild: Wirklich schwer zu entdecken ist diese junge Blattlaus an Feldsalat.

Dazu steht seit einigen Tagen das Mittel Mospilan SG in Feldsalat zur Verfügung.

Insgesamt ist die Blattlaussaison im Freiland aber weitgehend vorüber. An überwinternden Kohlarten im Freiland vermehrt sich noch die Mehlige Kohlblattlaus. Auch Pfirsichläuse können sich dort über den Winter halten.

Verbreitungsflüge von Blattläusen finden bis April aber nicht mehr statt. Das, was in den Gewächshäusern im nächsten halben Jahr an Läusen auftaucht, liegt in der Hand des Gärtners.

Behandlungen der Kulturpflanzen und gründliches Entfernen von Unkräutern helfen, den Befallsdruck auf stehende und kommende Kulturen zu senken.

Wintergetreidemilbe

Die Wintergetreidemilben hinterlassen schon wieder ihre unschönen Spuren in Form von silbrig-weißen Saugstellen. Die Tiere sind schon im September oder Oktober aus den Dauereiern im Boden geschlüpft. Bald ist diese erste Generation ausgewachsen und wird anfangen, sich zu vermehren. Je früher mit Gegenmaßnahmen begonnen wird, umso größer ist die Chance, ihre Zahl auf einem erträglichen Niveau zu halten. Im Bio-Anbau, der besonders unter diesen Schädlingen leidet, können wöchentliche Anwendungen einer Mischung aus Neudosan und WetCit den Befall bremsen.

Die Spritzungen sollten am späten Abend oder am frühen Morgen erfolgen.

 

Pilzkrankheiten

Die nass-trübe Witterung bei nicht zu tiefen Temperaturen lässt im Gewächshaus an Rucola, Petersilie oder Salat falschen Mehltau gedeihen. Gleichzeitig trat in der vergangenen Woche an Feldsalat Echter Mehltau auf. Die Bestände müssen kontrolliert und ggf. umgehend behandelt werden. Außer von Kumulus WG und VitiSan (mehrmals ein- bis zweiwöchentlich anwenden!) ist auch von Signum eine Wirkung zu erwarten.

Unkrautbekämpfung in Rhabarber

Der Spätherbst ist die richtige Zeit für den Einsatz von Cohort, Kerb FLO bzw. Kerb 50 W zur Bekämpfung von ausdauernden Unkräutern, insbesondere Quecke. Diese Mittel dürfen nicht im Pflanzjahr angewendet werden. Damit sich der Wirkstoff gleichmäßig auf dem Boden verteilt, darf bei der Anwendung keine abschirmende Unkrautdecke vorhanden sein. Um Diese zu entfernen, empfiehlt sich der Einsatz eines Totalherbizides (z. B. Roundup Express, Roundup Power Flex, Dominator 480 TF, Mon 79991, Mon 79351), insbesondere dann, wenn Wurzelunkräuter (z. B. Distel, Ampfer) vorhanden sind. Für eine gute Wirkung mit möglichst wenig Wasser spritzen. Bei niedrigen Temperaturen setzt die Wirkung erst spät ein. Diese Totalherbizide dürfen natürlich erst dann angewendet werden, wenn der Rhabarber vollständig eingezogen hat, also keine lebenden Blätter mehr vorhanden sind.

Zulassungen

Das BVL hat die Zulassung von Kiron für die Anwendung von Sellerie mit sofortiger Wirkung widerrufen. Hintergrund ist die Absenkung des Rückstandshöchstgehaltes für den Wirkstoff Fenpyroximat auf 0,01 mg/kg. Bei der Anwendung von Kiron in Knollensellerie ist dieser Wert nicht einzuhalten. Der neue RHG gilt für Knollensellerie, der nach dem 26.10.2017 geerntet wurde. Knollensellerie, der in dieser Saison behandelt worden ist, ist also auch nach diesem Stichtag verkehrsfähig, wenn die Ernte vor dem 27. Oktober 2017 erfolgte.

Mospilan SG hat eine Genehmigung erhalten gegen Blattläuse in Feldsalat. Max. 2 Anwendungen mit 2,5 g/Ar. WZ (FL) = 3 Tage.

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