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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2018/10

Datum: 07.06.2018

Kohlfliege

Die zweite Generation der Kohlfliege hat begonnen, Eier abzulegen. Die Schadschwelle für junge Kohlpflanzungen wurde auf einzelnen Flächen bereits überschritten, die für Rettich, Radies, Kohl- und Speiserüben sowieso. Empfindliche Kulturen müssen jetzt geschützt werden. Das 0,8 mm-Netz hält außer den Kohlfliegen auch die Erdflöhe ab. Für die Kohlfliege allein reichen die üblichen 1,4 mm Maschenweite. Zusätzlich zu den regulären Zulassungen ist in Radies sowie Wirsing und Brokkoli eine Notfallgenehmigung für Benevia gegen Kohlfliege erteilt worden vom 01.06. bis zum 28.09.2018 (2 x 0,75 l/ha; Wartezeit in Radies = 14 Tage, in Wirsing und Brokkoli = 7 Tage; siehe Warnmeldung von vorletzter Woche).

In Rettich und Radies kann außerdem die Nebenwirkung von z. B. Karate Zeon oder Spruzit auf die Fliegen genutzt werden. In Kohl kann außerdem z. B. SpinTor eingesetzt werden. Eine Behandlung der Jungpflanzen mit SpinTor (Blumen- und Kopfkohle) oder Dantop (alle Kohlarten) schützt etwa 3 Wochen lang gegen die Kohlfliege.

Blattläuse

Die Kleine Pflaumenlaus hat dieses Jahr lange auf sich warten lassen. Jetzt findet man sie doch stellenweise an den Herzblättern von Sellerie. Durch ihre Saugtätigkeit kann sie spektakuläre Verkrüppelungen an den Blättern und Blattstielen hervorrufen. Vor einer Behandlung sind unbedingt Kontrollen durchzuführen, denn die Befallssituation ist von Fläche zu Fläche unterschiedlich. Die Tiere sind schwer zu entdecken, sie sind relativ klein und sitzen an den Herzblättern und haben wie diese eine gelblich-grüne Färbung.

Erdflöhe

Die Hoffnung, dass die teils ergiebigen Niederschläge die Erdflöhe vergraulen könnten, hat sich nicht erfüllt. Auch nach einem Gewitterregen sitzen die Tiere wieder auf den Pflanzen, sobald sich die Sonne zeigt.

Von den Insektiziden wirken gegen die Erdflöhe gut Coragen (nur in Blumenkohl, Brokkoli, Wirsing, Weiß-, Rot-, Spitzkohl zugelassen) und Benevia (Notfallgenehmigung gegen Kohlfliege, siehe oben). Brauchbar sind auch Calypso, Mospilan, Plenum, SpinTor. Bei der momentanen Witterung sollte man abends oder am frühen Morgen behandeln. Das ist unbedingt nötig beim Einsatz von Karate, Fastac, Bulldock und anderen Pyrethroiden. Die haben nur bei Temperaturen unter 23 °C überhaupt eine Wirkung. Vielleicht lohnt sich aber auch die Anschaffung eines Kulturschutznetzes mit maximal 0,8 mm Maschenweite. Einigermaßen vorsichtig behandelt hält so ein Netz mehrere Jahre. Bei nasser Witterung kann es sein, dass eine zusätzliche Fungizidspritzung gegen Falschen Mehltau eingeplant werden muss, weil die Luftfeuchte darunter etwas erhöht ist

Pilzkrankheiten

In fast allen Knoblauchbeständen kann man erste Infektionen mit Rost finden. Fungizide müssen eingesetzt werden, bevor diese Überhand nehmen. Im Allgemeinen ist die Situation bei den Pilzerkrankungen aber noch entspannt.

Zulassungen

Reflect (125 g/l Isopyrazam) hat Zulassungen erhalten gegen Echten Mehltau in

Das BVL hat eine Zulassung für Notfallsituationen nach Art. 53 erteilt für Ordoval in Gurken Fl (Salatgurke, Gewürzgurke) gegen Spinnmilben. Max. 1 Anwendung mit 320 ml/ha. WZ (FL) = 3 Tage. Die Zulassung gilt für 120 Tage, vom 01.06. - 28.09.2018.

Seit dem 06.06. dürfen Mittel mit dem Wirkstoff Iprodion (z. B. Rovral WG) nicht mehr eingesetzt werden. Für diese besteht eine Entsorgungspflicht.

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